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von Flocki 28.04.2017 00:45

28.04.2017
An alle Menschen, die uns Katzen leiden oder nicht leiden können! Immer wieder müssen wir armen Katzen feststellen, daß uns die Menschen nicht richtig behandeln, ja nicht immer uns den nötigen Respekt entgegenbringen. Sie leugnen völlig unsere Vorrangstellung in der Familie und gehen nicht auf unsere vielseitigen Wünsche ein, ja mehr noch: Sie verweigern uns unser Lieblingsfutter wie Fisch, frisches Fleisch oder herrliche Hähnchenschenkel. Stattdessen öffnen sie stupide Dose für Dose Katzenfutter um zu sparen und weniger Arbeit zu haben. Sie verscheuchen uns von unseren Lieblingsplätzen wie Sofa, Bett oder Computerarbeitsplatz. Kurz, sie können uns bis auf sehr wenige Ausnahmen, nicht leiden. Dabei sind wir lieb, anschmiegsam, anhänglich, sanft und pflegeleicht. Nie verschmutzen wir die Wohnung, sitzen den Menschen im Weg herum oder nerven sie gerade weil wir: Futter wollen, hinauswollen, hereinkommen wollen, Leckerli haben wollen, kuscheln wollen oder unsere Ruhe haben wollen.

Diese empörend falsche Behandlung muß aufhören!!! Daher noch einmal die Behandlungsordnung von Katzen, erstellt, abgestimmt und genehmigt von einem auserwählten Grenium von Stuben-, Straßen- und Streunerkatzen.


http://www.katzenfreund.com/fun_benimmtipps.htm

Dieser Beitrag wurde von meinem Kater Willy geprüft und genehmigt!

von Flocki 22.04.2017 00:33

22.04.2017

Vor einigen Tagen taute der letzte Schnee weg. Nur einige dreckige Resthaufen findet man in den Ecken und an den Zäunen. Es war eine schwere Zeit für mich. Der Schnee lag ja bis dreißig Zentimeter hoch und kühlte meinen Bauch ganz schön ab. Die Beine sind eben viel zu kurz für diesen hohen Schnee. Mich würde es mal interessieren, was so die Hochgebirgskatzen in den Alpen machen. Da liegt ja der Schnee meterhoch! Haben die Teleskopbeine oder buddeln die sich durch den Schnee Gänge, wie es momentan die Mäuse tun? Das konnte mir noch niemand erklären. Nur Achselzucken erntet man auf die vielen Fragen. Ach ja, die Mäuse. Man findet einfach keine mehr. Wenn das Fressen nicht so schmeckte, habe ich mir immer mal so ein Tierchen dazugefangen, doch der hohe Schnee macht alles zunichte, ja sogar mich, dem Kater, machen die Mäuse zum Löffel!. Die wissen genau, daß ich sie nicht durch den Schnee riechen kann, deswegen fühlen sie sich sicher und foppen mich laufend. Na nun hat das Elend endlich ein Ende und ich kann blutige Rache an das vermaledeite Mäusevolk üben.!!!
War ja eine trostlose Zeit, als der Schnee jeden Morgen frisch dalag: Alle meine Katzenpfade waren unpassierbar geworden, die Briefkästen und Litfaßsäulen die wir Katzen mit unseren neuesten Nachrichten markieren (bepinkeln) waren leer oder hatten nur alte Nachrichten parat..Ich muß schon sagen, es war eine schwere und langweilige Zeit.
Nun, da kein Schnee mehr liegt, kann man als Kater endlich wieder das Neueste aus dem Katzeninternet erfahren. Alle gängigen und markanten Bäume, Sträucher, Zaunecken oder Mülltonne, ja sogar Autoreifen und Hausecken sind mit frischen Nachrichten versorgt. Die Gegend duftet überall von den Nachrichten liebestoller Katzen und Kater. Ja und ich muß da doch dabei sein. Seit drei Tagen habe ich meinen Tagesablauf umgestellt : Abends geht es raus zu den Mietzen und und morgens bin ich voller Erlebnisse und völlig ermüdet wieder da. Da wird kurz was gefressen, geschlafen bis Abend und dann geht es wieder raus zur Wohngebietsfete. Macht schon Spaß, das frohe Jugendleben, wenn nur die Weiber nicht immer so laut kreischen würden.... so mancher genervte Mensch nutzt her die Gelegenheit und leert sein übervolles Nachtgeschirr über uns arme Kater aus. Iiiihhhh. Na gut, es regnet zur Zeit, so daß im Laufe der Nacht die Brühe auf unser Fell wieder abgewaschen wird!!!
Uff, mein Mensch hat nichts gemerkt von meinem Unglück. Er ist ja froh, wenn ich sonst unversehrt nach Hause komme. Aber da kann er sich beruhigen: Über die Straße gehe ich nicht. Mein Revier im Garten und im Wald ist groß genug, so daß ich nicht auf die gefährliche Straße muß. Das soll aber nicht heißen, daß es im Wald ungefährlicher für mich ist. Mein "Freund", der alte Fuchs, der sich im Wald eine Höhle gebuddelt hat, stellt mir immer gern nach. Da muß ich beim Wegrennen so manchmal den Nachbrenner "reinhauen", d.h. ich muß meine vier Beine ganz schön schnell bewegen. Es ist schon erstaunlich, was so für Reserven in solche alten Fuchsknochen stecken. Einmal hätte er mich doch fast erwischt. Das war, als ich in seinem Revier eine Schermaus auflauerte. An so einem Viech ist ja nicht viel dran, als daß es sich lohnt, sein Leben in Gefahr zu bringen. Aber die Kleine roch so gut....., wie Eure frischen Brötchen vom Bäcker. Hmmmm. Ja und da vergaß ich mal einen kurzen Augenblick die Vorsicht und dieser Klapser konnte sich wirklich hautnah an mich heranschleichen..... Aber da lief mir in letzter Minute ein riesiger Schreck durch die Glieder und ehe ich es mich versah, hing ich am nächsten Baum! Tief unten hopste wuterfüllt mein "Freund" der Fuchs herum und ich verstand die menschliche Redewendung, "dem Fuchs hängen die Trauben zu hoch". Naja, die menschliche Phantasie ist mir so oft fremd, als daß ich mich nicht weiter damit auseinandersetzen will.
Zum Glück kamen aber zwei Hundesklaven mit ihren angeleinten Bellos vorbei und mein wütender Bewacher nahm schleunigst Reißaus.Sie absolvierten gerade ihren Morgenspaziergang! Mein Gott, wie armselig muß es so einem Leinentier zu Mute sein? Immer nur dann rausdürfen, wenn sein Menschlein Lust, oder mal keine Wehwehchen hat mit ihm spazieren zu gehen? Schrecklich die Vorstellung, ich müßte ebenfalls mit Mensch, Leine und auf zivilisierten Pfaden meinen zweimaligen täglichen Spaziergang zwecks "Lokusgang" tätigen ! Nur gut, daß ich ein Kater bin und intelligent genug bin, um auf mich selbst aufzupassen zu können. Das ist schon ein paradiesisches Leben, was ich hier so habe: Ich komme und gehe, wenn ich will. Das Wetter ist mir egal. Das einzige Hindernis sind nur die Türen. Doch die öffnen sich wie fast von selbst, wenn ich mich in eindeutiger Haltung davor hinsetze. Manchmal muß ich mir mal ein forderndes "Mauuui" aus den Zähnen quetschen um meinen Willen zu unterstreichen, aber sonst klappt es mit meinen Menschen schon. In deren Erziehung habe ich in den letzten zwei Jahren viel Schweiß vergossen, aber nun kann ich die Früchte meiner Mühen ernten. Ein entsprechend dosiertes "Mauuui", der Wichtigkeit meines Willens angepaßt, reicht aus, daß sie sich beide meine Menschen gegenseitig übertreffen, meine Wünsche zu erfüllen. Die Oma kann die ganze Nacht nicht schlafen wenn sie weiß, ich treibe mich draußen rum. Dabei springe ich doch auf das Schlafzimmerfensterbrett um jaule die gesamte Nachbarschaft heraus, wenn ich nach Hause gekommen bin. Opa rennt zum Futternapf und füllt ihn mit frischem Futter, nur daß es dem lieben Willy gut geht!!!! Na und das tut es mir!!! Mau mau !!!!

Das ist der wärmste Platz in der Wohnung (Fensterbrett über die Heizung)

von Flocki 15.02.2017 16:09

15.02.2017
Inzwischen sind ein paar Jahre ins Land gegangen, die Barthaare werden dünner und grauer, die winterliche Kälte kriecht intensiver ins dünner werdende Fell und eine Katzenklappe habe ich immer noch nicht erhalten. Doch dank meiner penetranten Sturheit konnte ich die Menschen dahingehend erziehen, daß ich diese kleine Tür gar nicht mehr brauche. Nach dem Motto:" Steter Tropfen höhlt den Stein!" , ging ich meine beiden Menschen so auf die Nerven, daß sie begriffen haben, mein Freiheitsgefühl ist eben stärker als ihrGeiz und ihre Faulheit. Ich machte mir dabei die Gewohnheit beider zu Nutze, daß sie sich viel auf dem Sofa aufhielten. Ein L-förmiges Sofa, mit viel Platz für Opa, Oma und mich. Hier halten wir auch zu dritt Mittagsschlaf ab. Wenn ich nun raus will - und das ist am Tag öfter - dann kratze ich ganz vorsichtig ans Sofa. Manchmal an Omas Seite, manchmal beim Opa. Dabei schreite ich aufreizend gelangweilt um den Sofatisch solange, bis jemand die Gedult verliert, fluchend aufsteht und die Terassentür für mich öffnet. Das mache ich am Tage sehr oft und habe dann die Familie immer gegen mich. Das Spielchen funktioniert nun schon einige Jahre und niemand denkt daran, etwas zu ändern. Naja, manchmal tun mir die beiden Alten schon mal leid, aber diese Lösung haben sie sich eben selbst eingebrockt. Als freiheitsliebender Kater bin ich nun eben gern in der wilden Umgebung meines ausgedehnten Reviers, indem ich mir inzwischen Ordnung geschafft habe. Ich weiß nun wo die fettesten Mäuse leben und in welchen Hecken die Spatzen am leichtesten zu fangen sind. Ja und da kommt nun ein großes Problem auf mich zu: Die Vogelgrippe. Bei uns ist sie nun auch ausgebrochen, d.h. im nahegelegenen Tierpark, da hat sie das fliegende Personal ergriffen. Da diese Viecher eben auch in die nähere Umgebung herumfliegen, so auch über unsere Siedlung mit meinem Revier, besteht die Gefahr, daß sie im Flug über uns ab und zu mal verseuchten "Ballast" abwerfen könnten. Und wenn man dann als armer, nichtsahnender, fußläufiger Kater seinen Inspektionsgang macht und dann getroffen wird, wie peinlich und auch gefährlich. Daß diese Biesster gut zielen können, beweisen sie immer dann, wenn Opa sein Auto draußen vor der Garage zu stehen hat: Platsch, Volltreffer!!!
Ja und nun hat man reagiert: Die Stadt verlangt von jedem Karnickel-, Hunde- und Katzenhalter, daß sie ihre Freunde einsperren sollten. Auch mich betrifft das. Der Protest der Tierhalter war aber so stark, daß man diese Forderung etwas abschwächte und den Katzen- und Hundehaltern gestattete, ihre Lieblinge an der Leine herum zu führen. Na daß kam für mich ja nun gar nicht infrage. Auch mein Mensch kam sich bei den Gedanken, eine Leine zu halten, echt dämlich vor. Also blieb es beim Hausarrest. Doch der gewährte genau 1.5 Stunden. Durch rumrennen, auf die Möbel klettern, jaulen und bockig jegliche Leckerli verweigernd, erreichte ich, daß mein Mensch nervlich am Boden liegend nachgab. Entgegen behördlicher Verbote erlaubte er mir einen eingeschränkten Ausgang in mein engeres Außenrevier, aber nicht ohne mich vorher eindringlich und einprägsam zu belehren, wie, wo und wann ich mich draußen bewegen darf. Damit die Sache auch rechtlich durchgehen kann, holte er sein altes Arbeitsschutzkontrollbuch hervor, trug die Belehrung mit Datum und Uhrzeit, sowie den Inhalt dieser fein säuberlich ein. Als Krönung des Ganzen, um diese Aktion auch einen urkundlichen Charakter zu geben, ließ er mich noch unterschreiben. Da ich gerade vor Aufregung in meinen Futternapf getreten bin, war meine Pfote schmierig genug, um eine gut lesbare Unterschrift abzugeben. Ja, und nun ist alles wie früher. Natürlich lasse ich mich bei meinen ausschweifenden Wanderungen nicht gerade von fremden Menschen sehen. Meine Routen führen immer nahe von Sträuchern oder anderen geeigneten Verstecken vorbei. Zwar bin ich meit die einzige Katze, die draußen rumstreunt, aber da kann man eben auch mal verbotenerweise in fremden Revieren wildern gehen. Die Hunde, besonders die kleinen kläffenden Fußhupen, sind völlig von der Straße verschwunden. Welch eine Wohltat. Auch um die Spatzen im Efeustrauch an der Hauswand mache ich vorerst einen Bogen-man weiß ja nie! Zum Schutz vor den Angriffen des fliegenden Pesonals achte ich immer peinlichst darauf, keinen freien Blick nach oben zu haben, d.h. immer abgedeckt durch Gesträuch o.ä. zum Himmel meine Wege ziehen.
Im Allgemeinen, sind die vergangenen Jahre ohne viel Veränderungen durch unser Familienleben gezogen. Man ist älter geworden, das Lauftempo wird geringer, die Freizeit weniger, sie wird der Wartezeit in den Arztzimmern geopfert. Auch ich muß hin und wieder mal zum Tierarzt. Naja, Vorsorgeuntersuchung, Männerkrankheiten und so. Wenn es meinem männlichen Menschen nicht so gut geht, bin ich natürlich solidarisch dabei! Dann pflege ich eben auch mein Zipperlein und laß mich bedienen. Die Zeit ist dann immer profitabel für mich. Dann gibt es Sonderzuteilungen an "Schnapperli". Besonders lecker sind die "Hühnerknie", mit denen ich dann verwöhnt werde. Das sind frische Hähnchenschenkel, wovon ich dann immer eins allein verspeisen darf. Roh natürlch! Danach empfinde ich so eine wohlige Fülle in meinem Inneren. Dann suche ich mir eine Ecke und lasse mich in den nächsten Stunden nicht stören. Schließlich muß ich verdauen! Das ist dann auch die Zeit, in der meine armen Menschen Ruhe vor mir haben. Auch sie erholen sich dann. Man merkt es auch, wenn ich geruhe, meine Verdauungstätigkeit zu beenden und ich mich bei ihnen wieder sehen lasse. Sie sind dann viel lieber und ausgeglichener zu mir. In diesen Momenten wünsche ich mir ein weiteres Hühnerknie von ihnen, natürlich nur zu ihrem Wohl.
Wie schon erwähnt, wir sind inzwischaus aus einer Familie ein gutes Team geworden. Mühseelig war die von mir hineingesteckte Erziehungsarbeit an den Menschen, aber sie hat sich gelohnt. Man darf als Katze da nicht locker lassen. Einmal von den Menschen gefordert, muß man an die gestellte Forderung stur dran bleiben. Meine Menschen haben inzwischen verstanden, daß es kein Ausweichen gibt und sie immer gut dabei fahren, meine Wünsche zu erfüllen. Dabei entwickelte sich zwischen uns eine eindeutige Körpersprache, die sich im Laufe der Zeit fest eingeschliffen hat.
Beispiel:
Ich will raus:
Kratzen am Sofa, eine Runde um den Tisch und Sitzenbleiben vor den betreffenden Ausgang.
Ich will in Opas Spielzimmer:
Sitzenbleiben mitten in der Stube, einmal miauen, an der betreffenden Tür "Hochhangeln".
Ich habe Hunger:
Von draußen reinkommen, schnurstracks zum Freßnapf gehen, davor sitzenbleiben, den Kopf seitlich hängend, traurig wechselseitig zum nächststehenden Menschen und zum Freßnapf schwenkend,
Es könnte wieder einmal ein Leckerli geben:
Ständig geduldig zum Kühlschrank oder Freßkarton pendelnd, zwischendurch auch kurz auf die Knien hüpfend, manchmal auch ungeduldig miauend.
Diese Ansprachen richte ich dann immer an den Menschen, der am ehesten für mich erreichbar ist. Und es funktioniert!
Umgekehrt, wenn die Menschen etwas von mir wollen, z.B. Zeitung holen, Zecken ziehen oder auf dem Sofa nur auf meinen mir zugewiesenen Platz schlafen, das verstehe ich noch nicht. Auch haben die Menschen diese Forderungen an mich auch schon längst aufgegeben.
Dafür haben sie extra für mich das wärmste Plätzchen der Wohnung - das Fensterbrett - eingerichtet. So einen beheizten Platz braucht man schon im Winter bei diesen Frostgraden. Da könnte ich mich die meißte Zeit des Tages aufhalten. Wenn ich noch vor einem Jahr im Winter die ganze Nacht draußen war, begnüge ich mich neuerdings mit meinem Fensterplatz. Man wird eben alt. In der Hoffnung, daß wir wir noch recht lange zusammen sind und daß die Harmonie mit meinen Menschen weiter erhalten bleibt, verbleibe ich der älter gewordene Kater Willy.

von Flocki 12.02.2017 00:39

von Tiete , 10.02.2017 19:23

Ich hatte Euch ja versprochen, die Kater-Willy-Geschichte von Flocki hier einzustellen. Ich hätte gerne dafür einen neuen Thread eröffnet, bekomme aber den Hinweis, dass ich dazu nicht befugt bin. Folglich stelle ich hier die Geschichte ein - und vielleicht kann sie ja in einen anderen Themen-Bereich verschoben werden von den dafür Zuständigen dieses Forums.

Kater Willys Erzählungen

Autor: Flocki

Die Katzenklappe

Eine Katzenklappe bei der Freundin kann in einer langen Nacht, in der man vergeblich davorhockt und auf die geliebte Lilli (meine Freundin aus der Nachbarschaft) wartet, zu weiträumigem Philosophieren verleiten. Man hat ja, außer der Ungeduld im Inneren, nichts anderes vor als eben die Katzenklappe, aus der die Lilli bald herauskommen sollte. Aber das dauert heute wieder! Ich glaube, da sind Katzenweiber auch nicht anders als die äquivalenten zweibeinigen Typen Mensch. Trotzdem liebe ich meine Lilli, sie hat so süße O-Beine, zum Verlieben!

Aus purer Langeweile frage ich mich, warum eine Katzenklappe und warum gerade für die Lilli und warum bei mir keine. Ich glaube, das hat so etwas von Verhältnis Katze (Kater) – Mensch zu tun. So eine Katzenklappe, wie auch das Katzenklo, aber darauf komme ich noch beim Nachdenken, hat etwas mit Vertrauen und Intelligenz zu tun.

Um das näher erklären zu können, muss ich mir aber ein Dreiecksverhältnis „Katze – Mensch – Hund“ zu Hilfe nehmen. Also, der Mensch schenkt der Katze Vertrauen! Er vertraut darauf, dass sie geht, wenn sie will, sich draußen, ohne aufzufallen, wohlerzogen verhält, nicht vom rechten Weg abgleitet, keine Wege und Wiesen vollsch... und zur katzenüblichen Zeit wiederkommt. Und um so eine Katzenklappe richtig bedienen zu können, erfordert es eben die katzeneigene Intelligenz. Ich habe noch keinen Hund kennengelernt, der eine Katzenklappe benutzt.

Ach ja. Thema Hund:
Es ist mir immer lustig anzusehen, wenn mir bei meinen Streifzügen das Gebilde „Hund – Leine – Mensch“ entgegenhechelt. Beide tun das! Beide müssen sie sich gegenseitig beweisen, wer heute und hier das Sagen hat. Da wird an der Leine gezogen und gezottelt, geruckt und gezerrt und jeder will über den Anderen herrschen und die Richtung bestimmen. Zwischendurch bockt der Hund vollkommen und setzt erst einmal eine herrliche Tretmine auf den Weg, die garantiert vom nächsten Pärchen zerlatscht wird!

Deswegen gibt es auch keine Katzensteuern! Mein bescheidenes Häufchen braucht niemand mehr nachzuräumen. Ich verbuddele es gleich selbst. Schon mal was von Katzensteuer gehört?

Wenn man so will, haben wir Katzen unseren jetzigen Status mit Klugheit und Diplomatie verdient errungen: Wir haben nicht wie der Hund uns den Menschen angebiedert, ihn unterwürfig belauert, um auch mal einen Gnadenknochen von seiner Mahlzeit abzubekommen. Er hat seinen Stolz und seine Freiheit dem Menschen geopfert; und – hat der das verdient?

Wir Katzen haben vor ca. 2000 Jahren, als wir entschlossen, uns den Menschen nutzbar zu machen, sofort die Spiel regeln bestimmt, die da waren:

1. Uneingeschränkte Freiheit
2. Das Recht, unseren Hauptmenschen selbst zu wählen
3. Das Recht, unser Personal für die verschiedensten Dienstleistungen selbst auszusuchen
4. Das Privileg, mehrere Lieblingsplätze innerhalb eines selbstgewählten Territoriums zu besetzen, selbst dann, wenn es sich auch um schon lange angestammte und vom Menschen genutzte Plätze geht.
5. Das Erziehungsrecht über alle im Haushalt und in der Nachbarschaft lebenden Personen zu haben.

Und meine eigenen Erfahrungen mit meinem Haushalt ergaben, dass es sich wunderbar und ohne Streit leben lässt, wenn sich die Menschen konsequent an diese fünf Punkte halten.
Im Gegenzug haben sie einen umgänglichen Kater, der ihr gutes Futter nicht verschmäht und sie je nach Laune auch mal kosen lässt. Die Lilli verfährt ebenso mit ihren Menschen und sie bekam zur Belohnung eben diese geniale Katzenklappe, um die ich sie sehr beneide. Vielleicht fällt mir mal ein, wie ich das bei meinen Menschen drehe, um auch so eine herrliche Einrichtung zu bekommen, denn ich muss mich immer noch erniedrigen und einen Menschen mit einem herzhaften Miauuu und einem dazugehörigen traurigen Blick auffordern, mir die Tür zu öffnen, sie es drin - draußen oder umgekehrt.

Na klar, es klappt ja ganz gut und meine beiden Alten, die springen oft beide auf und wetteifern darüber, wer nun als erster an der Tür ist... und da wundere ich mich immer wieder, wieviele Reserven eben in diesen alten Knochen noch stecken. Doch denke ich, auch sie sollen es mal leichter haben und deswegen bin ich für diese Klappe.

Unsere Oma tut mir da besonders leid! Wenn ich nachts draußen bin und ich verspüre Lust auf mein spezielles Katzenfutter, dann bleibt mir nichts anderes über, als den beschwerlichen Fensterbrettsprung zu tätigen. Da sitze ich nun am Schlafzimmerfenster und mache „Miauuuu-määai“, sofort springt Oma auf und lässt mich rein.

Einmal stolperte sie im Dunkeln über Opas versteckte Bierflaschen (meist leer), aber Opa musste sich eine nächtliche Kopfwäsche gefallen lassen. Da tat er mir sehr leid und mein Futter schmeckte mir gar nicht mehr. Ich wollte nur noch raus. Na, da hatte die Oma aber Gas gegeben, sie war ja noch in Fahrt: „Du blödes, nutzloses Vieh, weißt woll nich, was de willst, wa...??? Scher dich raus und lass dich vorerst nicht wieder blicken!“ Da hatte ich nun auch mein Fett weg.

Im Davonschleichen sah ich nur noch, wie der Opa unter der Bettdecke solidarisch hervorgrinste. Naja, geht nichts über eine feste Männerfreundschaft, die kann auch Omas nächtliches Gewitter nicht zum Schwanken bringen. Auf Opa ist wenigstens und auch immer Verlass!!!

Naja, mit Katzenklappe wäre das aber nicht passiert. So wie ich Opa kenne, hat er den Rest der Nacht nicht mehr geschlafen und er hat schon in Gedanken so ein praktisches Ding konstruiert.(?) Doch glaube ich, da denke ich zu weit; er grübelte eher, wo er künftig sicherer seine Bierpullen vor der Oma verstecken kann. Das ist ihm eher zuzutrauen!

Ja, und nun hocke ich wieder vor Lillis Katzenklappe und denke so über vieles nach. Warum wohl hat sich der Hund so dem Menschen untergeordnet? Ist das eine Frage der Intelligenz? Ich weiß, viele Generationen von Wissenschaftlern haben versucht, hier mal Klarheit zu schaffen. Als Ergebnis entstanden dann die Hundeschulen (für Jagdhunde, Blindenhunde, Lavinenhunde, Polizeihunde...) Katzenschulen dagegen kenne ich keine. Auch keine Polizeikatzen sind mir begegnet! Dafür aber immer wieder Hunde an der Leine mit Mensch dran. Und dabei ist der Hund noch stolz, mit „Herrchen“ Gassi gehen zu dürfen!!! Haaach, wenn ich mir vorstelle, ich an Leine und „Herrchen“ am anderen Ende!!! Na, den würde ich aber über die Zäune huppen lassen oder durch die Löcher in den Brombeersträuchern... Nee, er käme selbst drauf: „Keine gute Idee!“

Und doch hat der Hund einen Erfolg verbuchen können: Er ist nicht mehr an eine Kette vor einer Hundebude gekettet. Aber dafür kann der Hund nichts, er verdankt diese historische Befreiung nur seiner arteigenen Dämlichkeit, nämlich er ließ sich als Wachhund von den Spitzbuben zu oft austricksen: Erst wütend bellen und wenn so ein böser Finger ihm einen sauber abgenagten Knochen hinwarf, knabberte er schweifwedelnd diesen und sah in dem Spitzbuben seinen besten Freund.
Und auch hier hat die Katze ihre Unbestechlichkeit bewiesen: Nirgends gab es angekettete Wachkatzen in einem Katzenhaus! Wäre ja auch noch schöner!!!

Naja, und so kam die Katze auch zum Katzenklo:
Meine Vorgänger waren pfiffige Tiere. Es nervte sie, bei schlechtem Wetter oder bei Schnee hinaus zu gehen, um ihr Geschäft zu machen. Ist ja unangenehm und auch bei gefrorenem Boden müßig, ein Loch für den Katzenabfall zu buddeln. Man könnte es ja sein lassen, aber unsere ganz alten Vorfahren haben es den Menschen versprochen, ihren Schiet immer zu verbuddeln. Als Nebenwirkung ersparten schon damals unsere Vorfahren ihren damaligen Menschen die Katzensteuer für die Beseitigung der freiliegenden Ergebnisse der Katzendarmtätigkeit. War doch schon was! Nun, aus purer Dankbarkeit fiel eben einem Menschen der Neuzeit die mit Sand gefüllte Katzenkiste ein, die in der Wohnung neben dem Kühlschrank stehen konnte. Perfektionisten erfanden dann das geruchsbindende Granulat, welches den stinkenden Sand ablöste.

Und wie wichtig diese Erfindung ist, erklärt uns Helge Schneider in seinem Song „Katzeklo.“
Hier mal eine Dokumentation der Freiluftnutzung für Menschenfreunde, die bis heute noch nicht wissen, an welchem Ende eine normale Katze sich auszudrücken pflegt.
Dazu ist noch zu sagen: Meine Sorgen sind das nicht, meine Menschen sparen diese Einrichtung; ich bin konsequenter Freigänger und -schisser. Notfalls benutze ich Cleos Katzenklo, aber das stinkt immer nach alten Katzen!!!!!

Ja, Leute, das war es wieder einmal für heute. Ich hoffe, Ihr habt wieder etwas von mir gelernt und der Schapp (Flocki) hat es so geschrieben, dass Ihr es auch lesen könnt.

Bis zum nächsten Mal – Euer Willy




Diese alte Geschichte hat unsere fleißige Tite für dieses Forum aufbereitet. Im Namen aller Leser einen recht herzlichen Dank für Deine Mühe. Flocki

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